Donnerstag, 3. September 2015

Von der Schrägbandphobie geheilt?

Ja, dieses Geständnis muss ich jetzt endlich mal hier öffentlich machen. Seit der fünften Klasse leide ich an einer ausgeprägten Schrägbandphobie. Schuld ist meine damalige Handarbeitswerken-Lehrerin und die Schürze, die wir damals genäht haben. Den Namen der Frau habe ich inzwischen längst vergessen, aber ich erinnere mich wie gestern daran, dass sie darauf bestand, dass das Schrägband, das als Hals- und Bindebänder diente per Hand angenäht werden musste. Etwas mit der Hand zu nähen ist ja heute noch eine Herausforderung für meine Geduld, aber als Kind war es eine fast schier unlösbare Aufgabe. War mir das Nähen mit der Nähmaschine noch superleicht von der Hand gegangen, schließlich konnte ich das damals schon und ich war meiner Mama sehr dankbar, dass sie mir das beigebracht hatte, hat das Annähen des Schrägbandes eine Ewigkeit gedauert. Vermutlich auch deshalb, weil ich nicht verstehen wollte, weshalb wir es nicht einfach mit der Maschine zusammennähen duften, wo das doch viel schneller ging. Und wenn ich etwas nicht nachvollziehen konnte, wurde ich ja schon ein kleinwenig stur und widerwillig. Na ja, vermutlich hat sich daran bis heute nichts geändert. ;) Irgendwann habe ich es dann noch geschafft, die Schürze fertigzunähen und bekam promt eine zwei, weil ich so lang gebraucht hätte. Und damit war es dann endgültig vorbei mit dem letzten Funken Zuneigung zu dieser Lehrerin und auch mit dem Thema Schrägband. 

Auch wenn es mir heute ja freisteht das ganze mit der Nähmaschine anzunähen, irgendwie hängt mir das noch nach. Vielleicht besitze ich deshalb auch kam Schrägband und wenn ihr so durch meine Posts guckt, werdet ihr wenig finden, bei dem ich Schrägband benutzt habe.

Aber jetzt habe ich mich endlich mal an einen Schnitt gewagt, bei dem man so einiges an Schrägband brauchte und der nebenbei bemerkt schon ewig bei mir herumlag und endlich mal genäht werden wollte. Für unseren Urlaub brauchte ich nämlich eine Mappe um alle Reiseunterlagen ordentlich beieinander zu halten und nichts zu verlieren. Und da es dieses Jahr irgendwie besonders viel war, war es endlich Zeit für Patti´s Din A Five Organizer. Wie gesagt, den Schnitt hatte ich schon kurz nach seinem Erscheinen gekauft, aber da war dann das viele Schrägband!

Zwischendrin hatte ich ihn mal ausgekramt und das Schnittmuster ausgeschnitten. Aber dann war da das Schrägband und ich hab ihn erstmal wieder weggeräumt. Ok, zusätzlich konnte ich mich nicht für passende Stoffe entscheiden.


Diesmal bin ich nun aber standhaft geblieben. Beim Innenleben war das Schrägband mit der Maschine schnell angenäht. Für die Fächer habe ich tief in der Restekiste gekramt. Ich musst mit Schrecken feststellen, dass ich kaum noch größere Stücke Baumwollstoff habe. Schon gar nicht in der passenden Farbkombi. Aber zum Glück hat sich doch noch was gefunden. Ist es halt ein bisschen bunter als geplant geworden. Gefällt mir aber trotzdem. 

Warum es genau diese Farben sein mussten?


Na weil ich noch ein Reststück von meinen aktuellen Lieblingsstöffchen hatte, das einfach wie genau für den Din A Five Organizer übiggeblieben war. Dazu ein bisschen hellgrün und das niedliche Schneckenwebband. Dann musste das ganze nur noch mit dem Schrägband eingefasst werden. Und natürlich hat es meine Nähmaschine nicht gepackt alles zusammen einzufassen. Also sind wir nun wieder am Anfang der Geschichte. Notgedrungen MUSSTE ich nun die Einfassung mit der Hand nähen. Diesmal habe ich das aber nicht so widerwillig wie damals bei der Schürze und schneller geschafft habe ich es auch. ;)

Jedenfalls glaube ich, dass ich jetzt mein Trauma überwunden habe. Der Din A Five Organizer war jedenfalls superpraktisch und ich habe alle Urlaubsunterlagen sicher darin verstaut bekommen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass ich den Organizer nochmal nähe. Das ist sicher auch ein prima Geschenk.

Jetzt will ich mein neues Schmuckstück aber noch bei Rums zeigen und außerdem gucken, was ihr für euch genäht habt.

Schöne Grüße
                    Andrea



P.S. Wer noch an meinem Gewinnspiel teilnehmen will, der hat noch bis heute Abend 20 Uhr Zeit hier einen Kommentar hinterlassen.



Schnitt: Din A Five Organizer von Pattililly
Stoffe: aus der Restekiste

Kommentare:

  1. Ist aber auch wirklich viel Schrägband dran ;-) Und super geschafft, sieht toll aus!
    Liebe Grüße, Lee

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  2. Ein tolles Teilchen!! Ich hab auch schon einen genäht, habe aber eine ähnliche Schrägband-Phobie wie du ;-) Nutze ich auch nur wenn es unbedingt sein muss!! Klasse!!!
    GlG Claudi

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  3. Eine Schmunzelgeschichte mit Happy End, das liest man doch gern. Ich freu mich über Deine Therapieerfolge und über Deinen tolle Organizer.

    LG Mareike

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  4. Ein schöner Organizer, super, dass du die Phobie überwunden hast! Hat sich gelohnt und mit der Hand nähen geht auch mit jedem neuen Projekt immer besser ;) Irgendwann machst du das quasi nebenbei!

    Liebe Grüße, Jessica

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  5. Das ist wirklich wunderschön geworden !
    Toll, dass Schrägband jetzt kein Problem mehr für dich ist !
    LG Ellen

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  6. Liebe Andrea,
    schön das du mit dem tollen Organizer dein Trauma überwunden hast. Er ist aber,auch zu schön. Das Muster habe ich auch, aber bislang hatte ich immer nur einfache Mappen für Reiseunterlagen und die könnten Andere auch gut gebrauchen,,sodaß ich im Moment keine habe. Aber für den nächsten Urlaub werde ich mir diesen Organzier nähen.

    Liebe Grüße
    Marita

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  7. Ich glaube, für das äußere Schrägband ist es eine gute Wahl gewesen, es von Hand anzunähen.
    Ich wäre jedenfalls nicht zufrieden, wenn es nicht ganz perfekt wäre.
    Und bei dir ist es perfekt geworden!
    Sehr hübsch!

    Liebe Grüße
    Ina

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  8. Ja, das liebe Schrägband.... aber am Ende ist es doch eine runde Sache; der Organizer einfach toll und die Geschichte dazu finde ich auch super. Was lange währt....
    LG Astrid

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  9. Da hast Du Dich ja richtig ausgetobt in Sachen Schrägband! Wenn schon denn schon, nech!? :-))
    Sehr gelungen! Der Organizer ist wirklich toll geworden!!!

    Liebe Grüße
    Christiane

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Hallo ihr Lieben,

herzlichen Dank für euren Kommentar! Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich über jeden einzelnen freue! Manchmal kann es ein bisschen dauern, bis ich die Kommentare freischalte, also nicht erschrecken, wenn ihr sie nicht gleich sehen könnt.

Herzlichste Grüße
Andrea